Digitale Sozialarbeit und die Menschenrechte | Fode (2021)

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Artikel von Philipp Fode zum Thema Menschenrechtsprofession und Digitalisierung. Weshalb die Soziale Arbeit durch zur Teilnahme am Diskurs über digitale Exklusionsmechanismen und Datenschutz Fragen mandatiert ist.

Der Aufhänger für diesen Beitrag war das Gespräch mit einem Kollegen aus der Sozialwirtschaft am
Rande einer Fachtagung. Auf die Frage hin weshalb seiner Meinung nach die großen
Wohlfahrtsverbände in Deutschland auf die Nutzung von digitalen Tools der „Big-Tech Companies“
also Amazon, Apple, Google (Alphabet), Facebook, Microsoft u.a. zurückgreifen anstatt sich als Vorbild für
viele kleinere Träger der Sozialen Arbeit digital zu emanzipieren, antwortete er mit der Begründung, dass
die Corona-Pandemie als Katalysator der Digitalisierung gewirkt habe und somit schnell funktionierende
und niedrigschwellige, sowie gleichermaßen kosteneffiziente Lösungen gefunden werden mussten. Das
Thema Digitalisierung ist allerdings nicht erst seit der Corona-Pandemie zu einer Konstante im Theorieund Praxisdiskurs der Sozialen Arbeit geworden.

So sehr ich diesen Pragmatismus nachvollziehen kann, für gleichermaßen widersprüchlich halte ich ihn
innerhalb einer Profession, welche sich selbst als Menschenrechtsprofession begreift.

Abgesehen davon sind seit Pandemiebeginn mehr als 18 Monate vergangen, weshalb ich es für angebracht
halte, zu hinterfragen, ob es eine theoretisch begründete Legitimation für die Nutzung dieser
„Übergangslösung“ gibt und falls nicht, was es für sinnhafte Alternativen gibt?

[…]
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